Improved progrsmming style chapter.
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108210210a
commit
af1faf941c
@ -171,6 +171,7 @@
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\newcommand{\enterm}[1]{``#1''}
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\newcommand{\determ}[1]{\textit{#1}}
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\newcommand{\codeterm}[1]{\textit{#1}}
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\newcommand{\keycode}[1]{\texttt{#1}}
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\newcommand{\file}[1]{\texttt{#1}}
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%%%%% code/matlab commands: %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
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@ -12,7 +12,7 @@ function sines = calculate_sines(x, amplitudes, frequencies)
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sines = zeros(length(x), length(amplitudes), length(frequencies));
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for i = 1:length(amplitudes)
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sines(:, i, :) = sines_with_frequencies(x, amplitudes(i), frequencies);
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sines(:,i,:) = sines_with_frequencies(x, amplitudes(i), frequencies);
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end
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end
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@ -8,8 +8,8 @@ machen.
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Programme sollten so geschrieben und strukturiert sein, dass es sowohl
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einem Au{\ss}enstehenden als auch einem selbst, nach ein paar Monaten,
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leicht f\"allt den Programmablauf nachzuvollziehen und zu
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verstehen. Saubere Programmierung zahlt sich auch f\"ur den Sch\"opfer
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eines Programmes aus.
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verstehen. Saubere Programmierung zahlt sich aber in erster Linie
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f\"ur den Verfasser eines Programmes aus.
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Guter Programmierstil greift auf unterschiedlichen Ebenen an:
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\begin{enumerate}
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@ -22,49 +22,48 @@ Guter Programmierstil greift auf unterschiedlichen Ebenen an:
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\item Auslagerung von Funktionalit\"at in eigene Funktionen.
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\end{enumerate}
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\section{Struktur von Programmen, Organisation von m-Files im Dateisystem}
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\section{Organisation von m-Files im Dateisystem}
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In der Einf\"uhrung zu Funktionen und Skripten wurde schon einmal ein
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typisches Programmlayout vorgestellt (Abbildung
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\ref{programlayoutfig}). Hier wurde vorgeschlagen ein Skript als
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Kontrollskript zu verwenden. Dieses kontrolliert den weiteren
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Programmablauf, ruft Funktionen auf, \"ubergibt Argumente und nimmt
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R\"uckgabewerte entgegen. Eine solche Struktur macht es einfach den
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Ablauf zu verstehen. Es bleibt aber die Frage, wie man das
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Kontrollskript unter den anderen \codeterm{m-files} als solches
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erkennt. Um dieses zu erleichtern gilt es zwei Dinge zu beachten:
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1. Wie werden Programme im Dateisystem organisiert? 2. Wie werden
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Programme benannt?
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typisches Programmlayout vorgestellt (\figref{programlayoutfig}). Hier
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wurde vorgeschlagen ein Skript als Kontrollskript zu verwenden. Dieses
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kontrolliert den weiteren Programmablauf, ruft Funktionen auf,
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\"ubergibt Argumente und nimmt R\"uckgabewerte entgegen. Eine solche
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Struktur macht es einfach den Ablauf zu verstehen. Es bleibt aber die
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Frage, wie man das Kontrollskript unter den anderen \codeterm{m-files}
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als solches erkennt. Um dieses zu erleichtern gilt es zwei Dinge zu
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beachten: (i) Wie werden Programme im Dateisystem organisiert? (ii) Wie
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werden Programme benannt?
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Es hilft ungemein, wenn zusammengeh\"orige Skripte und Funktionen im
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gleichen Ordner auf der Festplatte zu finden sind. Es bietet sich also
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an f\"ur jede Analyse einen eigenen Ordner anzulegen und in diesem die
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an, f\"ur jede Analyse einen eigenen Ordner anzulegen und in diesem die
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zugeh\"origen \codeterm{m-files} abzulegen. Auf eine tiefere
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Schachtelung in weitere Unterordner kann in der Regel verzichtet
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werden. \matlab{} erzeugt einen ``MATLAB'' Ordner im eingenen
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``Documents'' (Linux) oder ``Eigene Dokumente'' (Windows) Ordner. Es
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bietet sich an diesen als Wurzelverzeichnis f\"ur eigene Arbeiten zu
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werden. \matlab{} erzeugt einen ``MATLAB'' Ordner im eigenen
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\file{Documents} (Linux) oder \file{Eigene Dokumente} (Windows) Ordner. Es
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bietet sich an, diesen Ordner als Wurzelverzeichnis f\"ur eigene Arbeiten zu
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verwenden. Nat\"urlich kann auch jeder andere Ort gew\"ahlen
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werden. In dem Beispiel in Abbildung \ref{fileorganizationfig} wird
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werden. In dem Beispiel in \figref{fileorganizationfig} wird
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innerhalb dieses Ordners f\"ur jedes Projekt ein eigener Unterordner
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erstellt in welchem widerum f\"ur jedes Problem, jede Analyse ein
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erstellt, in welchem widerum f\"ur jedes Problem, jede Analyse ein
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weitere Unterodner erstellt wird. In diesen liegen sowohl die
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ben\"otigten m-files also auch die Resultate der Analyse (Abbildungen,
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Dateien). Zu bemerken sind noch zwei weitere Dinge. Im Projektordner
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ben\"otigten \codeterm{m-files} also auch die Resultate der Analyse (Abbildungen,
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Daten-Dateien). Zu bemerken sind noch zwei weitere Dinge. Im Projektordner
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existiert ein Skript (analysis.m), das dazu gedacht ist, alle Analysen
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aufzurufen. Des Weiteren gitb es parallel zu den Projektordnern einen
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``functions'' Ordner in dem Funktionen liegen, die in mehr als einem
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\file{functions}-Ordner in dem Funktionen liegen, die in mehr als einem
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Projekt oder einer Analyse gebraucht werden.
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Wenn man sich dieses Layout anschaut f\"allt auf, dass es sehr
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Beim Betrachten dieses Layouts f\"allt auf, dass es sehr
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wahrscheinlich ist, dass bestimmte Namen f\"ur Funktionen und Skripte
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mehrfach verwendet werden. Es ist nicht verwunderlich, wenn eine
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``load\_data.m'' Funktion in jeder Analyse vorkommt. In der Regel wird
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dies nicht zu Konflikten f\"uhren, da \matlab{} zuforderst im
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aktuellen Ordner nach passenden Dateien sucht (mehr Information in Box
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\ref{matlabpathbox}).
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||||
\file{load\_data.m} Funktion in jeder Analyse vorkommt. In der Regel
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||||
wird dies nicht zu Konflikten f\"uhren, da \matlab{} zuerst im
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aktuellen Ordner nach passenden Dateien sucht (mehr Information zum
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||||
\matlab-Suchpfad in Box~\ref{matlabpathbox}).
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\begin{figure}
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\begin{figure}[tp]
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\includegraphics[width=0.75\textwidth]{program_organization}
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\titlecaption{\label{fileorganizationfig} M\"ogliche Oganisation von
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Programmcode im Dateisystem.}{ F\"ur jedes Projekt werden
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@ -74,7 +73,7 @@ aktuellen Ordner nach passenden Dateien sucht (mehr Information in Box
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\end{figure}
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\begin{ibox}[t]{\label{matlabpathbox}Der \matlab{} Suchpfad}
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\begin{ibox}[tp]{\label{matlabpathbox}Der \matlab{} Suchpfad}
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||||
Der Suchpfad definiert, wo \matlab{} nach Skripten und Funktionen
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sucht. Wird eine Funktion aufgerufen wird zun\"achst im aktuellen
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Arbeitsverzeichnis einem Treffer gesucht. Schl\"agt diese Suche
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@ -109,14 +108,24 @@ aktuellen Ordner nach passenden Dateien sucht (mehr Information in Box
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\matlab{} sucht Funktionen und Skripte ausschlie{\ss}lich anhand der
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Namen. Dabei spielt die Gro{\ss}- und Kleinschreibung eine Rolle. Das
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hei{\ss}t, dass die Namen ``test\_funktion.m'' und ``Test\_funktion.m''
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zwei unterschiedliche Funktionen benennen k\"onnen. Diese Art
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Variation des Namens ist nat\"urlich nicht sinnvoll. Sie tr\"agt keine
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Information \"uber den Unterschied der beiden Funktionen. Auch sagt
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der Name nahezu nichts \"uber den Zweck der Funktion aus. Die
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||||
Namensgebung f\"allt mitunter nicht leicht, es lohnt sich aber
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ausdruckstarke Namen zu finden. Ausdrucksstark bedeutet, dass sich aus
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dem Namen ein R\"uckschluss auf den Zweck ziehen lassen sollte.
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hei{\ss}t, dass die beiden Dateien \file{test\_funktion.m} und
|
||||
\file{Test\_funktion.m} zwei unterschiedliche Funktionen benennen
|
||||
k\"onnen. Diese Art der Variation des Namens ist nat\"urlich nicht
|
||||
sinnvoll. Sie tr\"agt keine Information \"uber den Unterschied der
|
||||
beiden Funktionen. Auch sagt der Name nahezu nichts \"uber den Zweck
|
||||
der Funktion aus.
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Die Namensgebung f\"allt mitunter nicht leicht --- manchmal ist es
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sogar der schwierigste Aspekt des Programmierens! Ausdrucksstarke
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Namen zu finden lohnt sich aber. Ausdrucksstark bedeutet, dass sich
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aus dem Namen ein R\"uckschluss auf den Zweck ziehen lassen sollte.
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\begin{important}
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||||
Die Namen von Funktionen und Skripte sollten m\"oglichst viel \"uber
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die Funktionsweise oder den Zweck aussagen (\file{firingrates.m}
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statt \file{uebung.m}). Gute Namen f\"ur Funktionen und Skripte sind
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die beste Dokumentation.
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\end{important}
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\matlab{} macht keine weiteren Vorgaben, was die Namen
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angeht. Allerdings folgt die Benennung der vordefinierten Funktionen
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@ -131,12 +140,12 @@ gewissen Mustern:
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Wertes in einen Text) benannt.
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\end{itemize}
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||||
Andere \"ubliche Muster sind der \emph{camelCase} bei dem die
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Andere \"ubliche Muster sind der \emph{camelCase}, bei dem die
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||||
Anf\"ange zusammengesetzter Worte jeweils gro{\ss} geschrieben werden
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||||
oder auch die Verwendung von Unterstrichen zur Trennung von
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||||
Namenskomponenten. Eine Funktion, die die Anzahl Aktionspotentiale
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||||
berechnet k\"onnte etwa \codeterm{spikeCount.m} oder auch
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||||
\codeterm{spike\_count.m} benannt werden. Leerzeichen, Sonderzeichen
|
||||
Namenskomponenten. Eine Funktion, die die Anzahl von
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||||
Aktionspotentialen bestimmt k\"onnte etwa \file{spikeCount.m} oder
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||||
\file{spike\_count.m} benannt werden. Leerzeichen, Sonderzeichen
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||||
oder Anf\"ange mit Zahlen sind in Namen nicht erlaubt.
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@ -146,15 +155,26 @@ F\"ur die Bennennung von Variablen und Konstanten gelten die gleichen
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Regeln wie f\"ur die Namen von Funktionen und Skripten. Die Maxime von
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gutem Programmierstil ist: \emph{``Programmcode muss lesbar
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sein.''}. Dabei helfen gute Namen ungemein. Auch wenn es schwer
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f\"allt passende Namen zu finden, die nicht zu lang werden sollte man
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sich auch da M\"uhe geben.
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||||
f\"allt passende und nicht zu lange Namen zu finden, sollte einer gute
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||||
Namensgebung ernst genommen werden.
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W\"ahrend die Namen von Funktionen und Skripten ihren Zweck
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||||
beschreiben, sollten die Namen von Variablen ihren Inhalt
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||||
beschreiben. Eine Variable, die die mittlere Anzahl von
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Aktionspotentialen speichert, k\"onnte also
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\codeterm{average\_spike\_count} hei{\ss}en. Wenn die Variable nicht
|
||||
nur einen sondern mehrere Werte aufnimmt, dann ist der Plural
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angebracht (\codeterm{average\_spike\_counts}).
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||||
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Die Laufvariablen von \code{for}-Schleifen werden oft nur \code{i},
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\code{j} oder \code{k} benannt und sollten aber die einzige Ausnahme
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bzgl. ausdrucksstarker Namensgebung bleiben.
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||||
Bei den Funktionen und Skripten fragt man danach, welchen Zweck sie
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erf\"ullen, bei Variablen fragt man nach dem Inhalt. Eine Varaible die
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||||
die mittlere Anzahl Aktionspotentiale speichert k\"onnte also
|
||||
\codeterm{average\_spike\_count} hei{\ss}en. Wenn die Variable nicht nur
|
||||
einen sondern mehrere Werte aufnimmt, dann ist der Plural angebracht
|
||||
(\codeterm{average\_spike\_counts}).
|
||||
\begin{important}
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||||
Die Namen von Variablen sollten m\"oglichst viel \"uber ihren Inhalt
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aussagen (\code{spike\_count} statt \code{x}). Gute Namen
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f\"ur Variablen sind die beste Dokumentation.
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||||
\end{important}
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\section{Codestil}
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@ -163,19 +183,21 @@ Die Lesbarkeit von Programmen wird sehr durch den Codestil
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beeinflusst. Ein Programm, in dem z.B. Schleifenk\"orper nicht (oder
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zuf\"allig) einger\"uckt sind ist deutlich schwerer zu lesen und zu
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||||
verstehen, als eines, in dem eine konsistente Einr\"uckung vorgenommen
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wurde.
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wurde. Mit der Tastenkombination \keycode{Ctrl-I} % XXX Oder wie war das? XXX
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kann ein markierter
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Bereich im \matlab{} Editor automatisch richtig einger\"uckt werden.
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Gerne werden Leerzeilen eingef\"ugt um Abschnitte im Programm zu
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trennen. Das ist v\"ollig ok, wenn es konsistent und sparsam benutzt
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wird. Hier sollte eine Leerzeile ausreichen. Zu gro{\ss}e Abst\"ande
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f\"uhren dazu, dass das Programm nicht mehr auf eine Seite passt und man
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leicht den \"Uberblick verliert.
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Sparsam und konsistent eingef\"ugte einzelne Leerzeilen sind
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hervorragend geeignet, um logische Abschnitte eines Programm zu
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trennen. Zu viele Leerzeilen haben den Nachteil, dass das Programm
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nicht mehr auf eine Seite passt und dadurch leichter der \"Uberblick
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verlorgen geht.
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Die beiden folgenden Listings \ref{chaoticcode} und \ref{cleancode}
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zeigen die Implementation des random-walk einmal eher chaotisch und
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einmal aufger\"aumt.
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einmal aufger\"aumt und \"ubersichtlich.
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||||
\begin{lstlisting}[label=chaoticcode, caption={Random-walk Implementation unaufgr\"aumt.}]
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||||
\begin{lstlisting}[label=chaoticcode, caption={Un\"ubersichtliche Implementation des Random-walk.}]
|
||||
num_runs = 10;
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max_steps = 1000;
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@ -198,7 +220,7 @@ end
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||||
end
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||||
\end{lstlisting}
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||||
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||||
\begin{lstlisting}[label=cleancode, caption={Random-walk Implementation etwas ordentlicher.}]
|
||||
\begin{lstlisting}[label=cleancode, caption={\"Ubersichtliche Implementation des Random-walk.}]
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||||
num_runs = 10;
|
||||
max_steps = 1000;
|
||||
positions = zeros(max_steps, num_runs);
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||||
@ -217,64 +239,89 @@ end
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||||
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||||
\section{Verwendung von Kommentaren}
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||||
Kommentare k\"onnen ebenfalls sehr zum Verst\"andnis beitragen. Bei
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||||
allen vordefinierten \matlab{} Funktionen findet sich am Anfang eine
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||||
Kommentarblock, der den Zweck der Funktion, die verschiedenen
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||||
M\"oglichkeiten des Funktionsaufrufs und die Argumente und
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||||
R\"uckgabewerte beschreibt. Auch in eingenen Funktionen, vor allem
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||||
wenn auch andere Personen sie benutzen sollen, sind diese Kommentare
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hilfreich. H\"aufig werden kurze Kommentare eingesetzt um Abschnitte
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im Programm zu trennen. Hierbei sollte man auch sparsam sein. Jede
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Zeile zu erkl\"aren kann in der Entwicklungsphase eines Programms sehr
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hilfreich sein, bl\"aht aber den Code auf und bei der Verwendung guter
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||||
Variablennamen sind viel Zeilen weitestgehend selbsterkl\"arend.
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Kommentarzeilen werden in \matlab{} mit dem Prozentzeichen \cide{\%}
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gekennzeichnet. Gezielt und sparsam eingesetzte Kommentare sind f\"ur
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||||
das Verst\"andnis eines Programms sehr n\"utzlich. Am wichtigsten
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||||
sind kurze Kommentare, die den Zweck und das Ziel eines Abschnitts im
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||||
Programm erl\"autern (z.B. \code{\% compute mean firing rate over all
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||||
trials}).
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||||
Zu viele Kommentare k\"onnen in der Entwicklungsphase eines Programms
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||||
sehr hilfreich sein, bl\"ahen aber den Code auf. Durch die Verwendung
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guter Variablen- und Funktionsnamen sollten die meisten Zeilen sowieso
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weitestgehend selbsterkl\"arend sein.
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||||
Die beste Dokumentation ist der Code selbst. Gut geschriebener Code
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mit ausdrucksstarken Variablen- und Funktionsnamen ben\"otigt keine
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||||
Kommentare, um den Zweck einzelner Zeilen zu erkl\"aren. z.B. ist\\
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||||
\code{ x = x + 2; \% add two to x}\\
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||||
ein v\"ollig unn\"otiger Kommentar.
|
||||
|
||||
\begin{important}
|
||||
\begin{itemize}
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||||
\item Kommentare sind gut und wichtig aber: Sie m\"ussen richtig
|
||||
\item Kommentare sollen die Absicht eines Programmabschnitts beschreiben.
|
||||
\item Kommentare sind gut und wichtig --- sie m\"ussen aber richtig
|
||||
sein!
|
||||
\item Ein Kommentar, der l\"ugt, ist schlimmer als gar kein Kommentar!
|
||||
\item Kommentare m\"ussen gepflegt werden, sonst sind sie mehr als
|
||||
wertlos!
|
||||
\item Ein falscher Kommentar ist schlimmer als gar kein Kommentar!
|
||||
\item Kommentare m\"ussen gepflegt werden, sonst sind sie wertlos!
|
||||
\end{itemize}
|
||||
\end{important}
|
||||
|
||||
\section{Dokumentation von Funktionen}
|
||||
|
||||
Bei allen vordefinierten \matlab{} Funktionen findet sich am Anfang
|
||||
eine Kommentarblock, der den Zweck der Funktion, die verschiedenen
|
||||
M\"oglichkeiten des Funktionsaufrufs und die Argumente und
|
||||
R\"uckgabewerte beschreibt. Auch in eingenen Funktionen sind diese
|
||||
Kommentare sehr hilfreich. Siehe Listing~\ref{localfunctions} f\"ur
|
||||
ein Beispiel einer gut Dokumentierten Funktion.
|
||||
|
||||
\begin{important}
|
||||
Funktionen m\"ussen unbedingt kommentiert werde!
|
||||
\begin{itemize}
|
||||
\item In wenigen Zeilen kurz den Zweck der Funktion beschreiben.
|
||||
\item F\"ur jedes Funktionsargument die Bedeutung, der erwartete
|
||||
Datentyp (Zahl, Vektor, Matrix, etc.), und eventuell die Einheit,
|
||||
in der die Zahlen erwartet werden (z.B. Sekunden).
|
||||
\item Ebenso m\"ussen die R\"uckgabewerte beschrieben werden.
|
||||
\end{itemize}
|
||||
\end{important}
|
||||
|
||||
|
||||
\section{Auslagerung von Aufgaben in Funktionen}
|
||||
|
||||
Kommentare oder Leerzeilen werden benutzt um Abschnitte des Codes
|
||||
abzutrennen und nazudeuten, dass ab da etwas inhaltlich anderes
|
||||
gemacht wird. Wenn man im Zuge ist, eine solche inhaltliche Trennung
|
||||
einzuf\"ugen muss man sich immer fragen, ob dieser Teil des Programms
|
||||
nicht in eine eigene Funktion ausgelagert werden sollte. Fast immer
|
||||
kann man das bejahen.
|
||||
Kommentare oder Leerzeilen werden benutzt, um logische Abschnitte des
|
||||
Codes abzutrennen und kurz zu erkl\"aren. Wenn eine
|
||||
solche inhaltliche Trennung einzuf\"ugt wird, sollte man sich immer fragen,
|
||||
ob dieser Teil des Programms nicht in eine eigene Funktion ausgelagert
|
||||
werden sollte. Fast immer kann dies bejaht werden.
|
||||
|
||||
Abschnitte nicht auszulagern f\"uhrt zu sehr langen m-Files, die
|
||||
leicht un\"ubersichtlich sind. Man nennt sie
|
||||
\codeterm{Spaghetticode}. Es ist h\"ochste Zeit \"uber Auslagerung in
|
||||
Funktionen nachzudenken.
|
||||
Abschnitte nicht auszulagern f\"uhrt zu sehr langen
|
||||
\codeterm{m-Files}, die leicht un\"ubersichtlich werden. Diese Art von
|
||||
Code wird \codeterm{Spaghetticode} genannt. Es ist h\"ochste Zeit
|
||||
\"uber Auslagerung in Funktionen nachzudenken.
|
||||
|
||||
\begin{important}
|
||||
Wann sollte man Programmteile in eigene Funktionen auslagern?
|
||||
Wann sollten Programmteile in eigene Funktionen ausgelagert werden?
|
||||
\begin{itemize}
|
||||
\item Wenn man innerhalb einer Funktion, eines Skripts mehr als zwei
|
||||
Einr\"uckungsebenen hat.
|
||||
\item Wenn man wiederholte Strukturen im Code hat.
|
||||
\item Wenn man versucht ist, diese mit Copy and Paste zu erzeugen.
|
||||
\item Wenn innerhalb einer Funktion oder eines Skripts mehr als zwei
|
||||
Einr\"uckungsebenen gebraucht werden.
|
||||
\item Wenn sich Strukturen im Code mehr als einmal wiederholten.
|
||||
\item Wenn man versucht ist, wiederholte Strukturen mit Copy and Paste zu erzeugen.
|
||||
\end{itemize}
|
||||
\end{important}
|
||||
|
||||
\subsection{Lokale Funktionen und geschachtelte Funktionen}
|
||||
|
||||
Eine M\"oglichkeit Spaghetticode zu vermeiden ist das Auslagern von
|
||||
Funktionalit\"at in eigene Funktionen. Dies f\"uhrt dazu, dass man
|
||||
eine F\"ulle von Dateien erzeugt, die die \"Ubersichtlichkeit nicht
|
||||
unbedingt erh\"ohen. Wenn die auszulagernde Funktionalit\"at an vielen
|
||||
Stellen ben\"otigt werden k\"onnte ist es dennoch sinnvol dies zu
|
||||
tun. Wenn nicht, dann bietet \matlab{} die M\"oglichkeit sogenannte
|
||||
\codeterm{lokale Funktionen} oder auch \codeterm{geschachtelte
|
||||
Funktionen} (\enterm{nested functions}) zu erstellen (Listing
|
||||
\ref{localfunctions} zeigt ein Beispiel f\"ur eine lokale Funktion).
|
||||
Das Auslagern von Funktionalit\"at in eigene Funktionen f\"uhrt
|
||||
dazu, dass eine F\"ulle von Dateien erzeugt wird, die die
|
||||
\"Ubersichtlichkeit nicht unbedingt erh\"oht. Wenn die auszulagernde
|
||||
Funktionalit\"at an vielen Stellen ben\"otigt wird ist es
|
||||
dennoch sinnvol dies zu tun. Wenn nicht, dann bietet \matlab{} die
|
||||
M\"oglichkeit sogenannte \codeterm{lokale Funktionen} oder auch
|
||||
\codeterm{geschachtelte Funktionen} (\enterm{nested functions}) zu
|
||||
erstellen. Listing \ref{localfunctions} zeigt ein Beispiel f\"ur eine
|
||||
lokale Funktion.
|
||||
|
||||
\lstinputlisting[label=localfunctions, caption={\codeterm{Lokale Funktionen} erh\"ohen die Lesbarkeit sind aber nur innerhalb der definierenden Datei verf\"ugbar.}]{calculate_sines.m}
|
||||
|
||||
@ -288,6 +335,7 @@ ist das anders. Diese werden innerhalb eines Funktionsk\"orpers
|
||||
``Mutterfunktion'' zugreifen und diese auch ver\"andern. Folglich
|
||||
sollten sie nur mit Bedacht eingesetzt werden.
|
||||
|
||||
|
||||
\section{Besonderheiten bei Skripten}
|
||||
|
||||
Ein \"ahnliches Problem wurde schon bei der Einf\"uhrung der Skripte
|
||||
@ -302,7 +350,7 @@ aussieht.
|
||||
\begin{important}
|
||||
Es empfiehlt sich zu Beginn eines Skriptes alle Variablen im
|
||||
\codeterm{Workspace} zu l\"oschen (\code{clear}). Meist ist auch
|
||||
ein \code{close all} angebracht.
|
||||
ein \code{close all}, um alle Figures zu schlie{\ss}en, angebracht.
|
||||
|
||||
Am Ende eines Skriptes sollte der \codeterm{Workspace} mithilfe von
|
||||
\code{clear} wieder von all den Variablen ges\"aubert werden, die
|
||||
@ -319,9 +367,9 @@ machen Programmiersprachen gibt es Traditionen und \"Ubereink\"unfte,
|
||||
diese sollten dann beachtet werden.
|
||||
|
||||
Wiederholte Programmabschnitte sollten in Funktionen ausgelagert
|
||||
werden. Wenn diese nich von globalem Interesse sind, kann man auch mit
|
||||
werden. Wenn diese nich von globalem Interesse sind, kann mit
|
||||
\codeterm{lokalen} oder \codeterm{geschachtelten Funktionen} die
|
||||
Lesbarkeit erh\"ohen.
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\"Ubersichtlichkeit erh\"oht werden.
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\noindent Es lohnt sich auf den eigenen Programmierstil zu achten!\footnote{Literatur zum Programmierstil: z.B. Robert C. Martin: \textit{Clean
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Code: A Handbook of Agile Software Craftmanship}, Prentice Hall}
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